Gatteraufbau 

Das Schwarzwildgatter ist etwa 4 ha groß und besteht aus 2 Teilen, und zwar aus dem  sogenannten Arbeitsgatter mit einer Suhle und dem gleich großen Ruhegatter, in dem jegliche Hunde-Aktivitäten tabu sind. Hier gibt es zwei Suhlen. Zwischen Arbeits- und Ruhegatter befindet sich der etwa 45 m lange und 4 m breite Prägungskorridor, an dem Junghunde und sehr vorsichtige bzw. traumatisierte Hunde (wieder) sicher an Schwarzwild herangeführt werden. Die Bestockung des Arbeitsgatters besteht aus Salweiden, jungen Buchen, Birken und der stellenweise dichte Unterbewuchs aus Brombeeren, Adlerfarn und Goldraute. Gefräste Schneisen und Freiflächen gewährleisten auch im Sommer ausreichende Beobachtungsmöglichkeiten. Ende April sind zusätzlich 300 junge Eichen gepflanzt worden.

 

Sauen

Die zunehmend erfahrenen und an Selbstsicherheit weiter stabilisierten im Oktober 2016 gefrischten Sauen (1 Keiler und 3 Bachen), die angemessenes Wehrverhalten zeigen, lassen beim Hundekontakt keine Stresszeichen erkennen. Wir hatten anfangs nämlich überwiegend „vorsichtige“ Hunde im Arbeitsgatter zugelassen,  die die Sauen nicht allzu sehr attackierten. Diese Vorgehensweise hat sich sehr bewährt. Darüber hinaus haben wir noch zwei im April 2016 gefrischte Überläufer (1 kastrierter Keiler und 1 Bache). Diese Sauen werden wir jedoch erst zukünftig einsetzen, um dann hierdurch die große Nachfrage nach Terminen zusätzlich erfüllen zu können.

 

Ablauf Übungseinheit im Arbeitsgatter

Bei jungen, unerfahrenen in Ausbildung befindlichen Jagdhunden arbeiten auch wir in der Regel nach dem in 4 Phasen eingeteilten „Zehdenicker Modell“, das sich in Kürze wie folgt darstellt:

  • Hund wird an langer Feldleine bis auf Sicht an das Schwarzwild herangeführt
  • Sichtig am Schwarzwild geschnallter Hund mit HF-Unterstützung
  • Hund wird zur selbständigen Suche/Arbeit geschickt und vom HF unterstützt
  • Hund wird zur selbständigen Stöberarbeit geschnallt.

Die Arbeit der Hunde erfolgt selbstverständlich nach Abstimmung mit dem Hundeführer, wobei der direkte Kontakt  zwischen Hund und Schwarzwild im Arbeitsgatter auf maximal 5 Minuten sowie insgesamt  auf höchstens 15 Minuten begrenzt ist. Bei direktem Kontakt zwischen Hund und Sau werden wir die Arbeit unter Berücksichtigung des Tierschutzaspektes sofort abbrechen müssen.

 

Prägungskorridor

Hundeführer mit sehr jungen, übervorsichtigen oder traumatisierten Hunden können ausschließlich diese mit und ohne Feldleine am Prägungskorridor, der Hund und Sauen durch einen Zaun sicher trennt,  einsetzen, um einen ersten bzw.  erneuten Kontakt mit Schwarzwild herzustellen. Ziel ist die Förderung der Selbstsicherheit des Hundes und das Laut geben. Darüber hinaus wird im Rahmen geplanter Welpentage der Prägungskorridor eine zentrale Übungseinheit bilden.

 

Leistungszeichen und Brauchbarkeitsprüfungen 

Die Vergabe von Leistungszeichen der Zuchtvereine (Saujager)  im Schwarzwildgatter lassen wir zu, wenn dies durch den Hundeführer vorher angezeigt wird und der eingeteilte Gattermeister/Übungsleiter durch den Gatterbetreiber rechtzeitig informiert werden kann, um eine erforderliche Änderung des Übungsbetriebes vornehmen zu können. Die Entscheidung trift der Gattermeister im Einzelfall. Ein vorheriges Üben am selben Tag  ist unter Berücksichtigung der Leitlinien der  „Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter“ unzulässig.

Für die Formalitäten und die Bestellung der Verbandsrichter ist der Hundeführer verantwortlich.

Die Durchführung von Brauchbarkeitsprüfungen am Schwarzwild kann ohnehin selbstverständlich erst nach der geplanten Ergänzung der BPO erfolgen.

                      

Welpentage

Da für Hunde, mit denen auf Schwarzwild gejagt werden soll, die Begegnung mit dieser Wildart als komplexer Umweltreiz in früher Jugend ein prägender Vorgang ist, beabsichtigen wir, auch zukünftig Welpentagee anzubieten, und zwar je einmal im veröffentlichen Zeitraum. Das Angebot richtet sich an Hundeführer mit Jagdhunden vom 3. bis zum 10. Lebensmonat. Das Verhalten der Hunde im Kursverlauf wird von den Gattermeistern und Übungsleitern nach bundeseinheitlichen Protokollen der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter dokumentiert, welche den Hundeführern zum Abschluss des Kurses übergeben werden. Die Protokolle sind keine Leistungsnachweise; es wird das vom Hund gezeigte Verhalten an der Sauschwarte (gestreckte Sau, Pendelsau) sowie an gepferchten Sauen (Prägungskorridor) und im Ausnahmefall an frei laufenden Sauen dokumentiert, nicht bewertet und nicht beurteilt. Die Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter behält sich vor, die Protokolle jährlich auszuwerten.

Interessierte Hundeführer können mit Veröffentlichung der Termine je einen Platz buchen.