Gatteraufbau

Das Schwarzwildgatter ist etwa 4 ha groß und besteht aus 2 Teilen, und zwar aus dem  sogenannten Arbeitsgatter mit einer Suhle und dem gleich großen Ruhegatter, in dem jegliche Hunde-Aktivitäten tabu sind. Hier gibt es zwei Suhlen. Zwischen Arbeits- und Ruhegatter befindet sich der etwa 45 m lange und 4 m breite Prägungskorridor, an dem Junghunde und sehr vorsichtige bzw. traumatisierte Hunde (wieder) sicher an Schwarzwild herangeführt werden. Die Bestockung des Arbeitsgatters besteht aus Salweiden, jungen Buchen, Birken und der stellenweise dichte Unterbewuchs aus Brombeeren, Adlerfarn und Goldraute. Gefräste Schneisen und Freiflächen gewährleisten auch im Sommer ausreichende Beobachtungsmöglichkeiten. Ende April 2018 sind zusätzlich 300 junge Eichen gepflanzt worden.

Sauen

Die zunehmend erfahrenen und an Selbstsicherheit weiter stabilisierten im Oktober 2016 gefrischten Sauen (1 Keiler und 3 Bachen), die angemessenes Wehrverhalten zeigen, lassen beim Hundekontakt keine Stresszeichen erkennen. Wir hatten mit Aufnahme des Übungsbetriebes im Oktober 2017 nämlich aufgrund der wenigen Erfahrung sowie des geringen Alters unserer Sauen überwiegend „vorsichtige“ Hunde im Arbeitsgatter zugelassen,  die diese nicht allzu sehr attackierten und bei sogenannten „Packern“ Einschränkungen nach Abstimmung mit dem Hundeführer bei der Gatterarbeit abgestimmt. Diese auch von anderen Gattern der „Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter“ im Vorfeld der Aufnahme des Übungsbetriebes mit Nachdruck empfohlene Vorgehensweise hat sich sehr bewährt. Dass wir trotz gelegentlicher Kritik einiger sehr weniger Hundeführer diese auf die Zukunft ausgerichtete erforderliche Einarbeitung unseres Schwarzwildes im Interesse aller Hundeführer konsequent verfolgt haben, hat sich als richtig erwiesen.

Darüber hinaus haben wir noch zwei im April 2016 gefrischte Überläufer (1 kastrierter Keiler und 1 Bache). Diese Sauen werden wir jedoch erst dann einsetzen können, wenn sie sich für die Gatterarbeit als geeignet erweisen, um dann hierdurch die große Nachfrage nach Terminen zusätzlich erfüllen zu können.

Ablauf Übungseinheit im Arbeitsgatter

Bei jungen, unerfahrenen in Ausbildung befindlichen Jagdhunden in der Regel ab dem 12. Lebensmonat arbeiten auch wir in der Regel nach dem in 4 Phasen eingeteilten „Zehdenicker Modell“, das sich in Kürze wie folgt darstellt:

  • Hund wird an langer Feldleine bis auf Sicht an das Schwarzwild herangeführt
  • Sichtig am Schwarzwild geschnallter Hund mit HF-Unterstützung
  • Hund wird zur selbständigen Suche/Arbeit geschickt und vom HF unterstützt
  • Hund wird zur selbständigen Stöberarbeit geschnallt.

Die Arbeit der Hunde erfolgt selbstverständlich nach Abstimmung mit dem Hundeführer, wobei der direkte Kontakt  zwischen Hund und Schwarzwild im Arbeitsgatter auf maximal 5 Minuten sowie insgesamt  auf höchstens 15 Minuten begrenzt ist. Bei direktem Kontakt zwischen Hund und Sau werden wir die Arbeit unter Berücksichtigung des Tierschutzaspektes sofort abbrechen müssen.

Prägungskorridor

Hundeführer mit sehr jungen, übervorsichtigen oder traumatisierten Hunden in der Regel vom 3. bis zum 12. Lebensmonat können ausschließlich diese mit und ohne Feldleine am Prägungskorridor, der Hund und Sauen durch einen Zaun sicher trennt,  einsetzen, um einen ersten bzw.  erneuten Kontakt mit Schwarzwild herzustellen. Ziel ist die Förderung der Selbstsicherheit des Hundes und das Laut geben. Darüber hinaus wird im Rahmen geplanter Welpentage der Prägungskorridor eine zentrale Übungseinheit bilden.

Leistungszeichen und Brauchbarkeitsprüfungen 

Die Vergabe von Leistungszeichen der Zuchtvereine (Saujager)  im Schwarzwildgatter lassen wir zu, wenn dies durch den Hundeführer etwa eine Woche vor dem Übungsbetrieb per Mail angezeigt wird, um ggfls. eine Änderung der Reihenfolge der Hunde durch den Gattermeister/Übungsleiter vornehmen zu können. Der Hund sollte vorher etwa 3 Übungseinheiten im Arbeitsgatter absolviert haben. Die Entscheidung trift der Gattermeister im Einzelfall. Ein vorheriges Üben am selben Tag  ist unter Berücksichtigung der Leitlinien der  „Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter“ unzulässig.

Für die Formalitäten und die Bestellung der Verbandsrichter ist der jeweilige Zuchtverein in Verbindung mit dem Hundeführer verantwortlich. Eine Einteilung des Gattermeisters/Übungsleiters als Verbandsrichter ist nicht zulässig; lediglich als Zeuge kann der Gattermeister/Übungsleiter die jeweilige Arbeit bestätigen.

Die Durchführung von Brauchbarkeitsprüfungen im Schwarzwildgatter kann ohnehin selbstverständlich erst nach der geplanten Ergänzung der BPO erfolgen.

Welpentage

Da für Hunde, mit denen auf Schwarzwild gejagt werden soll, die Begegnung mit dieser Wildart als komplexer Umweltreiz in früher Jugend ein prägender Vorgang ist, beabsichtigen wir, auch zukünftig Welpentage anzubieten, und zwar einmal im Zeitraum der jeweils veröffentlichten 3 Monate. Das Angebot richtet sich an Hundeführer mit Jagdhunden vom 3. bis zum 10. Lebensmonat. Das Verhalten der Hunde im Kursverlauf wird von den Gattermeistern und Übungsleitern nach bundeseinheitlichen Protokollen der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter dokumentiert, welche den Hundeführern zum Abschluss des Kurses übergeben werden. Die Protokolle sind keine Leistungsnachweise; es wird das vom Hund gezeigte Verhalten an der Sauschwarte (gestreckte Sau, Pendelsau), an der Reizangel sowie an gepferchten Sauen (Prägungskorridor) und im Ausnahmefall an frei laufenden Sauen dokumentiert, nicht bewertet und nicht beurteilt. Die Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter behält sich vor, die Protokolle jährlich auszuwerten.

Interessierte Hundeführer können mit Freigabe des Termins je einen Platz buchen. Voraussetzung ist ein ausreichender Impfschutz.