Wir können zunehmend erkennen, dass die vier im April 18 Monate alt gewordenen Sauen (1 Keiler, 3 Bachen) bislang angemessenes Wehrverhalten zeigen und nicht den Eindruck erwecken, sie seien beim Hundekontakt unverhältnismäßigem Stress ausgesetzt. Zu den sie betreuenden Gattermeistern haben sie großes Vertrauen aufbauen können.

Unser aller „Kapital“ sind die Sauen, die es gilt, angemessen unter strenger Beachtung des Tierschutzaspektes weiter an die Arbeit mit den Hunden heranzuführen und ihnen zu vermitteln, dass sie dem Hund überlegen sind. Aus diesem Grunde hatten wir anfangs nur Jagdhunde zugelassen, die nicht den Eindruck eines übermäßig stark attackierenden Hundes machten. Bei direktem Kontakt zwischen Sauen und Hund werden wir auch zukünftig die Übungseinheit sofort abbrechen müssen, um weiterhin eine effektive Verhaltensanpassung unserer Hunde unter besonderer Berücksichtigung der Waidgerechtigkeit sicherzustellen und zu gewährleisten. Das Mindestalter für die Hunde im Arbeitsgatter beträgt in der Regel 12 Monate, am Prägungskorridor 3 Monate.

Nach den Leitlinien der „Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter“ dürfen aus Gründen des Tierschutzes nur maximal 6 Hunde nacheinander an einer Sauengruppe am Tag arbeiten, wobei der Kontakt zwischen Hund und Sauen auf je maximal 5 Minuten limitiert ist. Ausnahmsweise dürfen nach 2 Stunden Pause noch einmal 6 weitere Hunde an diesen Sauen arbeiten. Diese Ausnahme werden wir in Zukunft allerdings nur in Einzelfällen zulassen. Voraussichtlich haben wir etwa Mitte des Jahrs durch die Altersstruktur unseres Schwarzwildes 2 Sauengruppen, so dass wir der Nachfrage nach Terminen zusätzlich entsprechen können. Die Leitlinien schreiben nämlich auch eine Begrenzung des Übungsbetriebes an maximal 4 Tagen in der Woche vor, die wir aufgrund des Alters der Sauen und deren wenig große Erfahrung auch bis Mai 2018 noch nicht ganz ausnutzen wollen.

Der Übungsbetrieb ist bekanntlich im Dezember 2017 eingestellt worden, da auch die Leitlinien der „Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter“ eine längere Ruhepause für das Schwarzwild im Winter vorschreiben. Am 02. März 2018 ist der Übungsbetrieb wieder aufgenommen worden. Die Termine bis Ende Mai sind allerdings ausgebucht.

Die Übungstermine für die Monate Juni, Juli und August können durch die Hundeführer seit dem 07. März 2018 gebucht werden. Für Vereine, Hegeringe oder Kreisjägerschaften gab es für diesen Zeitraum bzw. gibt es auch in Zukunft eine Sonderregelung (s. Termine-Buchungserklärung). Auch diese Termine sind bis auf einige wenige bereits ausgebucht.

Unter „Termine-Buchungserklärung“ können Sie das Datum der einzelnen Veröffentlichungen der Termine sowie ab wann Vereine, Hegeringe und Kreisjägerschaften Termine reservieren lassen können, entnehmen.

 

Ergänzung der Richtlinien zur Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden

Unsere Empfehlungen hinsichtlich der Ergänzung der Richtlinien zur Feststellung der Brauchbarkeit von Jaghunden hat der Landesjagdverband aufgegriffen und  erarbeitet derzeit einen Entwurf zur Aufnahme in die entsprechende Prüfungsordnung.

 

Aufgrund teilweise weit überhöhter und darüber hinaus partiell sogar explodierender Schwarzwildbestände ist es von eminenter Bedeutung und unter besonderer Berücksichtigung der Forderung des Gesetzgebers (§ 30 LJG NW) erforderlich, Jagdhunde auszubilden und zu verwenden, die geeignet und in der Lage sind, einer effektiven Schwarzwildjagd und damit einer erforderlichen Reduzierung der Population zum Erfolg zu verhelfen.

Die Schwarzwildgatter sind gem. den Leitlinien für die Ausbildung von Jagdgebrauchshunden zur Saujagd in eigens dafür betriebenen Schwarzwildgattern geradezu geeignet, die Brauchbarkeit eines Jagdgebrauchshundes zur Schwarzwildjagd festzustellen. Aufgrund der Besonderheit eines Gatters können die eingesetzten Verbandsrichter das gewünschte Verhalten der Hunde exakt bewerten und ängstliche oder mit Selbstgefährdung arbeitende Hunde ausschließen.

Hinsichtlich des Tierschutzes wird auf diese Leitlinien verwiesen, in denen zusammenfassend auf die Untersuchungen der TiHo Hannover u.a. ausgeführt wird, dass die Ausbildung unserer Hunde im Gatter an Schwarzwild unter Wahrung der Rahmenbestimmungen/Leitlinien keine tierschutzrechtliche Relevanz besitzt und auch aus ethischen Gesichtspunkten unbedenklich ist. Zu der Thematik gibt es eine entsprechende Dissertation.

 

Folgende Leistungsanforderungen sollte der Hund erfüllen:

  • Der im Gatter geschnallte Hund soll innerhalb von 5 Minuten Stöberarbeit die Sauen finden.
  • Er soll mindestens 3 Minuten ohne Führerunterstützung an den Sauen arbeiten, sie bedrängen und möglichst auch in Bewegung bringen.
  • Verlässt der Hund unter 3 Minuten das Schwarzwild, sucht seinen Führer auf und lässt sich aber wieder schicken, wird dieses Verhalten nicht als Fehler gewertet.
  • Die Arbeit an den Sauen wird nach 5 Minuten abgebrochen und beendet.
  • Die Arbeit des Hundes wird mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ bewertet.
  • Ängstliche oder mit Selbstgefährdung arbeitende Hunde können die Prüfung nicht bestehen. Die Prüfung wird abgebrochen.