Welpentage 2018 (alle 15 Plätz belegt)

Da für Hunde, mit denen auf Schwarzwild gejagt werden soll, die Begegnung mit dieser Wildart als komplexer Umweltreiz in früher Jugend ein prägender Vorgang ist, beabsichtigen wir, am Sonntag, 11. November 2018, Welpentage anzubieten. Das Angebot richtet sich an Hundeführer mit Jagdhunden vom 3. bis zum 10. Lebensmonat. Das Verhalten der Hunde im Kursverlauf wird von den Gattermeistern und Übungsleitern nach bundeseinheitlichen Protokollen der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter dokumentiert, welche den Hundeführern zum Abschluss des Kurses übergeben werden. Die Protokolle sind keine Leistungsnachweise; es wird das vom Hund gezeigte Verhalten an der Sauschwarte (gestreckte Sau, Pendelsau) sowie an gepferchten Sauen (Prägungskorridor) und im Ausnahmefall an frei laufenden Sauen dokumentiert, nicht bewertet und nicht beurteilt. Die Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter behält sich vor, die Protokolle jährlich auszuwerten.

Interessierte Hundeführer konnten sich seit dem 01.09.2018 mit je einem Hund per E-Mail anmelden, und zwar unter Angabe des Namens des Hundeführers, des Wohnortes, des Namens des Hundes, Rasse und Wurftag sowie der Mobilfunknummer. Am Kurstag ist der gültige Impfausweis vorzulegen und die Kursgebühr in Höhe von 30,00 Euro zu zahlen. Die Teilnehmerzahl war auf maximal 15 Hunde  begrenzt; die Plätze waren bereits am 07.09.2018 belegt.

 

 

Allgemeines

Wir können bei den inzwischen etwa 700 erfolgreich durchgeführten Übungseinheiten sicher erkennen, dass die vier im Oktober 2016 gefrischten Sauen (1 Keiler, 3 Bachen) angemessenes Wehrverhalten zeigen und nicht den Eindruck erwecken, sie seien beim Hundekontakt unverhältnismäßigem Stress ausgesetzt. Zu den sie betreuenden Gattermeistern haben sie großes Vertrauen aufbauen können.

Unser aller „Kapital“ sind die Sauen, die es gilt, angemessen unter strenger Beachtung des Tierschutzaspektes weiter an die Arbeit mit den Hunden heranzuführen und ihnen zu vermitteln, dass sie dem Hund weit überlegen sind. Aus diesem Grunde hatten wir anfangs nur Jagdhunde zugelassen, die entsprechenden Abstand hielten. Bei direktem Kontakt zwischen Sauen und Hund werden wir auch zukünftig die Übungseinheit sofort abbrechen müssen, um weiterhin eine effektive Verhaltensanpassung unserer Hunde unter besonderer Berücksichtigung der Waidgerechtigkeit sicherzustellen und zu gewährleisten. Das Mindestalter für die Hunde im Arbeitsgatter beträgt in der Regel 12 Monate, am Prägungskorridor 3 Monate.

Nach den Leitlinien der „Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter“ dürfen aus Gründen des Tierschutzes maximal 6 Hunde nacheinander an einer Sauengruppe am Tag arbeiten, wobei der Kontakt zwischen Hund und Sauen auf je      5 Minuten limitiert ist. Ausnahmsweise dürfen nach 2 Stunden Pause noch einmal 6 weitere Hunde an diesen Sauen arbeiten. Diese Ausnahme werden wir in Zukunft allerdings nur in Einzelfällen zulassen. Voraussichtlich haben wir zukünftig durch die Altersstruktur unseres Schwarzwildes 2 Sauengruppen, so dass wir der Nachfrage nach Terminen zusätzlich entsprechen können, wenn weiteres Gatterpersonal zu Verfügung steht. Die Leitlinien schreiben nämlich auch eine Begrenzung des Übungsbetriebes an maximal 4 Tagen in der Woche vor, die wir aufgrund des Alters der Sauen und deren gewonnenen Erfahrungen erst seit Juni 2018 anbieten.

Der Übungsbetrieb wird jeweils im Dezember eingestellt, da auch die Leitlinien der „Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter“ eine längere Ruhepause für das Schwarzwild im Winter vorschreiben und Anfang März wieder aufgenommen.

Die Übungstermine für die Monate September, Oktober und November konnten durch die Hundeführer seit dem  15. Juni 2018 gebucht werden. Es sind allerdings nur noch Plätze frei, wenn ein Hundeführer seine Buchung storniert. Für Vereine, Hegeringe oder Kreisjägerschaften gibt es auch in Zukunft eine Sonderregelung (s. Termine-Buchungserklärung).

Unter „Termine-Buchungserklärung“ können Sie das Datum der einzelnen Veröffentlichungen der Termine sowie ab wann Vereine, Hegeringe und Kreisjägerschaften Termine reservieren lassen können, entnehmen.

 

Ergänzung der Richtlinien zur Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden

Unsere Empfehlungen hinsichtlich der Ergänzung der Richtlinien zur Feststellung der Brauchbarkeit von Jaghunden hat der Landesjagdverband aufgegriffen und  erarbeitet derzeit einen Entwurf zur Aufnahme in die entsprechende Prüfungsordnung.

 

Aufgrund teilweise weit überhöhter und darüber hinaus partiell sogar explodierender Schwarzwildbestände ist es von eminenter Bedeutung und unter besonderer Berücksichtigung der Forderung des Gesetzgebers (§ 30 LJG NW) erforderlich, Jagdhunde auszubilden und zu verwenden, die geeignet und in der Lage sind, einer effektiven Schwarzwildjagd und damit einer erforderlichen Reduzierung der Population zum Erfolg zu verhelfen.

Die Schwarzwildgatter sind gem. den Leitlinien für die Ausbildung von Jagdgebrauchshunden zur Saujagd in eigens dafür betriebenen Schwarzwildgattern geradezu geeignet, die Brauchbarkeit eines Jagdgebrauchshundes zur Schwarzwildjagd festzustellen. Aufgrund der Besonderheit eines Gatters können die eingesetzten Verbandsrichter das gewünschte Verhalten der Hunde exakt bewerten und ängstliche oder mit Selbstgefährdung arbeitende Hunde ausschließen.

Hinsichtlich des Tierschutzes wird auf diese Leitlinien verwiesen, in denen zusammenfassend auf die Untersuchungen der TiHo Hannover u.a. ausgeführt wird, dass die Ausbildung unserer Hunde im Gatter an Schwarzwild unter Wahrung der Rahmenbestimmungen/Leitlinien keine tierschutzrechtliche Relevanz besitzt und auch aus ethischen Gesichtspunkten unbedenklich ist. Zu der Thematik gibt es eine entsprechende Dissertation.

 

Folgende Leistungsanforderungen sollte der Hund erfüllen:

  • Der im Gatter geschnallte Hund soll innerhalb von 5 Minuten Stöberarbeit die Sauen finden.
  • Er soll mindestens 3 Minuten ohne Führerunterstützung an den Sauen arbeiten, sie bedrängen und möglichst auch in Bewegung bringen.
  • Verlässt der Hund unter 3 Minuten das Schwarzwild, sucht seinen Führer auf und lässt sich aber wieder schicken, wird dieses Verhalten nicht als Fehler gewertet.
  • Die Arbeit an den Sauen wird nach 5 Minuten abgebrochen und beendet.
  • Die Arbeit des Hundes wird mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ bewertet.
  • Ängstliche oder mit Selbstgefährdung arbeitende Hunde können die Prüfung nicht bestehen. Die Prüfung wird abgebrochen.