Redakteure der Deutschen Jagdzeitung waren bei uns im Schwarzwildgatter und haben sich über die Einarbeitung von Jagdhunden am Schwarzwild informiert. Den darüber im September erschienenen Artikel in der DJZ können Sie hier herunterladen.

 

Am 24.11.2019 konnten interessierte Hundeführer den „Nachweis über die Einarbeitung im Schwarzwildgatter zur Überprüfung des Verhaltens und Benehmens am Schwarzwild“ erlangen. Drei Hunde waren gemeldet; ein Hund hat den Nachweis erbringen können.

Die Voraussetzungen sind den Richtlinien zur Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden im Land Nordrhein-Westfalen (Anhang B) zu entnehmen.

Die Prüfung war im RWJ 10/2019 ausgeschrieben. 

 

Reservierung eines Termins für Vereine, Hegeringe und Kreisjägerschaften

Ab dem 15. November 2019 können Vereine, Hegeringe und Kreisjägerschaften wieder je einen Termin für die Monate März, April oder Mai 2020 im Arbeitsgatter für 6 (ausnahmsweise 3) HF/Hunde beantragen, der dann entsprechend reserviert wird und von den autorisierten Hundeführern mit dem zugewiesenen Passwort ab dem 15. Dezember gebucht werden kann. Das Kontingent ist auf 13 Termine (ein Viertel aller Termine) begrenzt. 4 Termine könnten derzeit noch vergeben werden.

 

Allgemeines

Nach den bislang etwa 1.700  (100 ÜE 2017, 800 ÜE 2018 sowie über 800 ÜE 2019) erfolgreich durchgeführten Übungseinheiten ist eindeutig zu erkennen, dass die vier im Oktober 2016 gefrischten Sauen (1 Keiler, 3 Bachen) angemessenes Wehrverhalten zeigen und nicht den Eindruck erwecken, sie seien beim Hundekontakt unverhältnismäßigem Stress ausgesetzt. Unser Schwarzwild ist den Übungsleitern gegenüber sehr vertraut und lässt sich aus diesem Grunde für die einzelnen Übungsphasen sehr gut lenken und leiten. Derzeit beginnen wir mit der Einarbeitung einer zweiten Rotte.

Unser aller „Kapital“ sind die Sauen, mit denen wir weiterhin angemessen unter strenger Beachtung des Tierschutzaspektes eine entsprechende Verhaltensanpassung unserer Jagdhunde sicherstellen, da sie von Anfang an erfahren und gelernt haben, dass sie dem Hund weit überlegen sind. Bei direktem Kontakt zwischen Sauen und Hund werden wir auch zukünftig die Übungseinheit sofort abbrechen müssen, um weiterhin eine effektive Arbeit unserer Hunde unter besonderer Berücksichtigung der Waidgerechtigkeit sicherzustellen und zu gewährleisten. Ein Mindestalter für die Hunde im Arbeitsgatter geben wir nach verschiedenen Abstimmungsgesprächen mit der Kompetenzgruppe nicht (mehr) vor. Ein Besuch sehr junger Hunde am Prägungskorridor ist jedoch hierfür neben der erkennbaren Wesensstabilität  sowie genügender Schwarzwildmotivation Voraussetzung.

Nach den Leitlinien der „Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter“ dürfen aus Gründen des Tierschutzes maximal 6 Hunde nacheinander an einer Sauengruppe am Tag arbeiten, wobei der Kontakt zwischen Hund und Sauen auf je      5 Minuten limitiert ist. Ausnahmsweise dürfen nach 2 Stunden Pause noch einmal 6 weitere Hunde an diesen Sauen arbeiten. Diese Ausnahme werden wir in Zukunft allerdings nur in Einzelfällen zulassen. Möglicherweise haben wir zukünftig durch die weitere Rotte 2 Sauengruppen, so dass wir der Nachfrage nach Terminen zusätzlich entsprechen können, wenn weiteres Gatterpersonal zu Verfügung steht. Die Leitlinien schreiben nämlich auch eine Begrenzung des Übungsbetriebes an maximal 4 Tagen in der Woche vor, die wir aufgrund des Alters der Sauen und deren gewonnenen Erfahrungen erst seit Juni 2018 anbieten.

Der Übungsbetrieb wird jeweils von Anfang Dezember bis Ende Februar eingestellt, da auch die Leitlinien der „Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter“ eine längere Ruhepause für das Schwarzwild im Winter vorschreiben.

Unter „Termine-Buchungserklärung“ können Sie das Datum der einzelnen Veröffentlichungen der Termine sowie ab wann Vereine, Hegeringe und Kreisjägerschaften Termine reservieren lassen können, entnehmen.

 

Ergänzung der Richtlinien zur Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden

Unsere Empfehlungen hinsichtlich der Ergänzung der Richtlinien zur Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden hat der Landesjagdverband aufgegriffen. Es wird zukünftig einen Nachweis über die Einarbeitung zur Bejagung von Schwarzwild geben. Voraussetzung ist u.a., dass der vorgestellte Hund bereits eine Brauchbarkeit gem. Ziffer 3, 4 oder 5 der Richtlinie nachweisen kann. Details sind im Anhang B der neuen BPO des Landes Nordrhein-Westfalen beschrieben.

 

Aufgrund teilweise weit überhöhter und darüber hinaus partiell sogar explodierender Schwarzwildbestände ist es von eminenter Bedeutung und unter besonderer Berücksichtigung der Forderung des Gesetzgebers (§ 30 LJG NW) erforderlich, Jagdhunde auszubilden und zu verwenden, die geeignet und in der Lage sind, einer effektiven Schwarzwildjagd und damit einer erforderlichen Reduzierung der Population zum Erfolg zu verhelfen.

Die Schwarzwildgatter sind gem. den Leitlinien für die Ausbildung von Jagdgebrauchshunden zur Saujagd in eigens dafür betriebenen Schwarzwildgattern geradezu geeignet, die Brauchbarkeit eines Jagdgebrauchshundes zur Schwarzwildjagd festzustellen. Aufgrund der Besonderheit eines Gatters können die eingesetzten Verbandsrichter das gewünschte Verhalten der Hunde exakt bewerten und ängstliche oder mit Selbstgefährdung arbeitende Hunde ausschließen.

Hinsichtlich des Tierschutzes wird auf diese Leitlinien verwiesen, in denen zusammenfassend auf die Untersuchungen der TiHo Hannover u.a. ausgeführt wird, dass die Ausbildung unserer Hunde im Gatter an Schwarzwild unter Wahrung der Rahmenbestimmungen/Leitlinien keine tierschutzrechtliche Relevanz besitzt und auch aus ethischen Gesichtspunkten unbedenklich ist. Zu der Thematik gibt es eine entsprechende Dissertation.

 

Folgende Leistungsanforderungen muss der Hund erfüllen:

  • Der im Gatter geschnallte Hund soll innerhalb von 5 Minuten die Sauen finden.
  • Er soll mindestens 3 Minuten ohne Führerunterstützung mit gutem Laut an den Sauen arbeiten, sie bedrängen und möglichst auch in Bewegung bringen.
  • Verlässt der Hund unter 3 Minuten das Schwarzwild, sucht seinen Führer auf und lässt sich aber wieder schicken, wird dieses Verhalten nicht als Fehler gewertet.
  • Die Arbeit an den Sauen wird nach 5 Minuten abgebrochen und beendet.
  • Die Arbeit des Hundes wird mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ bewertet.
  • Ängstliche oder mit Selbstgefährdung arbeitende Hunde können die Prüfung nicht bestehen. Die Prüfung wird abgebrochen.